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	<title>lorenzk.com &#187; &#187; Badische Zeitung</title>
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	<pubDate>Sat, 16 Aug 2008 21:32:59 +0000</pubDate>
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		<title>&#8220;Sicherheitswahn eine Gefahr für die Menschenrechte&#8221;</title>
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		<pubDate>Mon, 22 Oct 2001 02:43:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>lorenz</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Badische Zeitung]]></category>

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		<description><![CDATA[<p><strong>RHEINFELDEN-BEUGGEN (lk - Bild: <a href="http://flickr.com/photos/wiseguy71/1428198088/">Andreas Donath, flickr</a>). Werden demokratische Grundrechte als Folge des Terroranschlages auf das World Trade Center und des Gegenschlages der USA abgebaut? Sind wir auf dem Weg zu einem <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/%C3%9Cberwachungsstaat">Überwachungsstaat</a>? Muss das Ausländerrecht verschärft werden? Diese Fragen prägten die Tagung der Evangelischen Arbeitnehmerschaft Baden im Schloss Beuggen zum Thema &#8220;Menschenrechte in Europa&#8221;.</strong></p>
<p>Das Wort &#8220;Sicherheitswahn&#8221;, eingebracht von Ute Becker von der Hilfsorganisation Amica in Freiburg, die Friedensarbeit im ehemaligen Jugoslawien leistet, machte während der von Pfarrer Werner Jahn geleiteten Podiumsdiskussion am Sonntag die Runde. Eingeladen waren neben Ute Becker Landtagspräsident Peter Straub, Ver.di-Gewerkschaftssekretärin Doris Below, Flüchtlingsexperte Jürgen Blechinger von der evangelischen Landeskirche und SPD-Landtagsabgeordnete Inge Utzt.</p>
<p><a href="http://flickr.com/photos/wiseguy71/1428198088/"><img src="http://www.lorenzk.com/wp-content/uploads/537ueberwachung.jpg" width="537" height="416" alt="demo gegen ueberwachungsstaat" class="imageframe" style="float:right;" hspace="5" border="0" /></a> Ute Becker meinte, dieser „Sicherheitswahn“ stelle eine &#8220;Gefahr für die Menschenrechte&#8221; dar. Die Bedürfnisse nach mehr Sicherheit seien von Politikern und den Medien geweckt worden. SPD - Landtagsabgeordnete Inge Utzt, zuständig für Integration und Zuwanderung, teilte ihre Bedenken und sprach von &#8220;sicherheitspolitischen Trittbrettfahrern&#8221;, die die Stimmung nutzen, um lange gehegte Forderungen durch zu setzen: Einschränkung der individuellen Freiheit. &#8220;Angst&#8221;, so pflichtete ihr auch Doris Below von der Gewerkschaft ver.di bei, &#8220;ist ein schlechter Ratgeber.&#8221; </p>
<p>Sie befürchtete, dass der der &#8220;Überwachungsstaat&#8221; zu Lasten des Sozialsstaates aufgebaut werde, da die finanziellen Mittel unter anderem aus dem Sozialetat stammten. Ute Becker warnte vor den Gefahren des Fingerabdruckes, der künftig in jedem Pass so selbstverständlich sein soll wie ein Passbild. </p>
<p>Auf den Einwand einer Zuhörerin, wer ordentlich lebe habe nichts zu befürchten, antworte Inge Utzt, gefährlich sei der Missbrauch der Daten, vor allem dann, wenn die Gesellschaft nicht mehr demokratisch geführt werde: &#8220;Wenn solche Politiker wie der Hamburger Rechtspopulist Schill an die Macht kommen, dann habe ich ernste Bedenken.&#8221; Die Vorstellungen, wie ein ordentliches Leben aus zu sehen habe, könnten  sich schnell ändern.</p>
<p>Landtagspräsident Peter Straub verteidigte das Bedürfnis nach mehr Sicherheit. Eine Verschärfung des Asyl- und Ausländerrechtes sah er wie die anderen Podiumsteilnehmer aber als nicht notwendig an. Es sei bereits scharf genug. Lediglich die Abschiebemöglichkeiten müssten verbessert werden. Jürgen Blechinger von der evangelischen Landeskirche erwähnte „erfreuliche Entwürfe“ für das gemeinsame europäische Ausländer- und Asylrecht, die durch Deutschland bedroht werden. Deutschland tritt unter anderem für die Senkung des Höchstalters bei Familiennachzug von 18 auf zwölf Jahren bei Zuwanderern ein. Deutschland beharre zudem als einziges Land auf einer restriktiven Flüchtlings-Definition, wonach nicht-staatliche Verfolgung (zum Beispiel durch die Taliban in Afghanistan) als Asylgrund nicht anerkannt werde.          </p>
<p>An der jährlich stattfindenden Tagung hatten Mitglieder aus ganz Baden teilgenommen. Das Thema, betonten Geschäftsführer Siegfried Aulich und stellvertretender Vorsitzender Peter Wagner, hatten sie vor den Ereignissen des 11. September gewählt. „Diese Tagung soll Mut machen, sich vor Ort einzusetzen. Gerade jetzt“, sagen die beiden, „ist ein Dialog der Kulturen notwendig.“ </p>
<p><em>Badische Zeitung 22.10.01</em></p>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>RHEINFELDEN-BEUGGEN (lk - Bild: <a href="http://flickr.com/photos/wiseguy71/1428198088/">Andreas Donath, flickr</a>). Werden demokratische Grundrechte als Folge des Terroranschlages auf das World Trade Center und des Gegenschlages der USA abgebaut? Sind wir auf dem Weg zu einem <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/%C3%9Cberwachungsstaat">Überwachungsstaat</a>? Muss das Ausländerrecht verschärft werden? Diese Fragen prägten die Tagung der Evangelischen Arbeitnehmerschaft Baden im Schloss Beuggen zum Thema &#8220;Menschenrechte in Europa&#8221;.</strong></p>
<p>Das Wort &#8220;Sicherheitswahn&#8221;, eingebracht von Ute Becker von der Hilfsorganisation Amica in Freiburg, die Friedensarbeit im ehemaligen Jugoslawien leistet, machte während der von Pfarrer Werner Jahn geleiteten Podiumsdiskussion am Sonntag die Runde. Eingeladen waren neben Ute Becker Landtagspräsident Peter Straub, Ver.di-Gewerkschaftssekretärin Doris Below, Flüchtlingsexperte Jürgen Blechinger von der evangelischen Landeskirche und SPD-Landtagsabgeordnete Inge Utzt.</p>
<p><a href="http://flickr.com/photos/wiseguy71/1428198088/"><img src="http://www.lorenzk.com/wp-content/uploads/537ueberwachung.jpg" width="537" height="416" alt="demo gegen ueberwachungsstaat" class="imageframe" style="float:right;" hspace="5" border="0" /></a> Ute Becker meinte, dieser „Sicherheitswahn“ stelle eine &#8220;Gefahr für die Menschenrechte&#8221; dar. Die Bedürfnisse nach mehr Sicherheit seien von Politikern und den Medien geweckt worden. SPD - Landtagsabgeordnete Inge Utzt, zuständig für Integration und Zuwanderung, teilte ihre Bedenken und sprach von &#8220;sicherheitspolitischen Trittbrettfahrern&#8221;, die die Stimmung nutzen, um lange gehegte Forderungen durch zu setzen: Einschränkung der individuellen Freiheit. &#8220;Angst&#8221;, so pflichtete ihr auch Doris Below von der Gewerkschaft ver.di bei, &#8220;ist ein schlechter Ratgeber.&#8221; </p>
<p>Sie befürchtete, dass der der &#8220;Überwachungsstaat&#8221; zu Lasten des Sozialsstaates aufgebaut werde, da die finanziellen Mittel unter anderem aus dem Sozialetat stammten. Ute Becker warnte vor den Gefahren des Fingerabdruckes, der künftig in jedem Pass so selbstverständlich sein soll wie ein Passbild. </p>
<p>Auf den Einwand einer Zuhörerin, wer ordentlich lebe habe nichts zu befürchten, antworte Inge Utzt, gefährlich sei der Missbrauch der Daten, vor allem dann, wenn die Gesellschaft nicht mehr demokratisch geführt werde: &#8220;Wenn solche Politiker wie der Hamburger Rechtspopulist Schill an die Macht kommen, dann habe ich ernste Bedenken.&#8221; Die Vorstellungen, wie ein ordentliches Leben aus zu sehen habe, könnten  sich schnell ändern.</p>
<p>Landtagspräsident Peter Straub verteidigte das Bedürfnis nach mehr Sicherheit. Eine Verschärfung des Asyl- und Ausländerrechtes sah er wie die anderen Podiumsteilnehmer aber als nicht notwendig an. Es sei bereits scharf genug. Lediglich die Abschiebemöglichkeiten müssten verbessert werden. Jürgen Blechinger von der evangelischen Landeskirche erwähnte „erfreuliche Entwürfe“ für das gemeinsame europäische Ausländer- und Asylrecht, die durch Deutschland bedroht werden. Deutschland tritt unter anderem für die Senkung des Höchstalters bei Familiennachzug von 18 auf zwölf Jahren bei Zuwanderern ein. Deutschland beharre zudem als einziges Land auf einer restriktiven Flüchtlings-Definition, wonach nicht-staatliche Verfolgung (zum Beispiel durch die Taliban in Afghanistan) als Asylgrund nicht anerkannt werde.          </p>
<p>An der jährlich stattfindenden Tagung hatten Mitglieder aus ganz Baden teilgenommen. Das Thema, betonten Geschäftsführer Siegfried Aulich und stellvertretender Vorsitzender Peter Wagner, hatten sie vor den Ereignissen des 11. September gewählt. „Diese Tagung soll Mut machen, sich vor Ort einzusetzen. Gerade jetzt“, sagen die beiden, „ist ein Dialog der Kulturen notwendig.“ </p>
<p><em>Badische Zeitung 22.10.01</em></p>
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		<title>Nachrichtensendungen als &#8220;Jugend forscht&#8221;</title>
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		<pubDate>Wed, 28 Mar 2001 14:00:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>lorenz</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Badische Zeitung]]></category>

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		<description><![CDATA[<p><em>Der ehemalige &#8220;Heute Journal&#8221; Moderator Alexander Niemetz kritisiert im Burghof die Nachrichtensendungen des Fernsehens</em></p>
<p><strong>LÖRRACH. &#8220;Glauben Sie mir? Wenn ja, warum?&#8221; Nachdenkliche Stille im Burghof. <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Alexander_Niemetz">Alexander Niemetz</a>, ehemaliger Moderator der &#8220;Heute Journal&#8221; (ZDF), stellte gleich zu Beginn die zentrale Frage. &#8220;Die Welt der Medien – Wahrheit oder Manipulation?&#8221; war Thema des Vortrags.</strong> </p>
<p>Seine wichtigste These: &#8220;Sie werden immer dümmer. Und Sie können nichts daran ändern.&#8221; Niemetz, der auf Einladung der Volksbank Dreiländereck im voll besetzten Burghof referierte, macht sich Sorgen über die Qualität der Nachrichtensendungen im Fernsehen. Seiner Meinung nach macht uns die Vielfalt an Information, die uns heute zur Verfügung steht, nicht klüger.</p>
<p><a href="http://www.alexanderniemetz.de/"><img src="http://www.lorenzk.com/wp-content/uploads/471niemetz.jpg" width="471" height="367" alt="471niemetz.jpg" class="imageframe" style="float:right;" border="0" hspace="5" /></a> Nicht Information, sondern Unterhaltung sei das Ziel der Programmmacher: &#8220;Die Verpackung ist wichtiger als der Inhalt.&#8221; Weniger populäre Themen verschwinden, für Katastrophen und Unglücke werde mehr Platz in den Sendungen eingeräumt als für Politik. Diese Tendenz betreffe inzwischen nicht nur die Privaten, immer mehr auch ARD und ZDF. Damit nicht genug. Die Sender sparen am Personal und an der Ausbildung des Nachwuchses.</p>
<p>Die heute viel größere Anzahl an Nachrichtensendungen als früher werde von der selben Anzahl von Mitarbeitern gemacht. &#8220;Man hat keine Zeit mehr, darüber nach zu denken, was man sendet.&#8221; Zudem fehle vielen Mitarbeitern Wissen und Erfahrung, um Ereignisse zu bewerten.</p>
<p>Alexander Niemetz wiederholte in Lörrach seine Kritik, die er im vergangenen Jahr im Zusammenhang mit seinem Abgang (ihm war die Vermischung privater und beruflicher Interessen vorgeworfen worden) geäußert und die damals für einige Aufregung gesorgt hatte: Nachrichten würden fast nur noch von Studenten, Freien Mitarbeitern und &#8220;Hiwis&#8221; gemacht und nicht mehr von gestandenen Profis. Die Sendungen seien zu einer Art &#8220;Jugend forscht&#8221; geworden.</p>
<p>&#8220;Die Grenze zwischen professionellen und nicht professionellen Nachrichtenmachern in Deutschland&#8221;, so sieht es Niemetz, &#8220;ist verludert.&#8221; Nachrichten hätten nicht mehr Hand und Fuß.</p>
<p>Der Schweizer Alexander Niemetz aus Balsthal bei Solothurn ist ein geübter Redner. Seine vielen Kunstpausen, Wiederholungen und seine einfache deutliche Sprache fesselten bei diesem Auftritt in der Reihe &#8220;Begegnungen im Dreiländereck&#8221;: die Rede war gut verpackt. Doch was er über die Medien sagte, galt auch für ihn. Auch er wählte aus, gewichtete, interpretierte, manipulierte. Ob man der &#8220;Jagd nach den Quoten&#8221; und dem &#8220;Werteverfall&#8221; die Hauptschuld an der Entwicklung geben kann, wie er das tat, oder ob es eher der Neoliberalismus ist, mit der zunehmenden Monopolbildung im Medienbereich und den sich verschlechternden Arbeitsbedingungen für Journalisten – darüber lässt sich streiten.</p>
<p>Dass es auch positive Entwicklungen gibt, wie etwa ntv oder arte – darauf ging er erst auf Nachfragen aus dem Publikum ein.</p>
<p>Die größere Bandbreite an Nachrichten und Information im Internet, welche totalitäre Regimes das Fürchten lehrt, ließ er unerwähnt. Und auf keiner sachlichen Grundlage steht seine Behauptung, wir seien dümmer, weil wir – im Gegensatz zu unseren Vorfahren des 13. Jahrhunderts – das Weltwissen nicht mehr überschauen könnten. Denn damals galt die Erde noch als eine Scheibe.</p>
<p><em>Lorenz Khazaleh, Badische Zeitung 28.3.2001</em></p>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Der ehemalige &#8220;Heute Journal&#8221; Moderator Alexander Niemetz kritisiert im Burghof die Nachrichtensendungen des Fernsehens</em></p>
<p><strong>LÖRRACH. &#8220;Glauben Sie mir? Wenn ja, warum?&#8221; Nachdenkliche Stille im Burghof. <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Alexander_Niemetz">Alexander Niemetz</a>, ehemaliger Moderator der &#8220;Heute Journal&#8221; (ZDF), stellte gleich zu Beginn die zentrale Frage. &#8220;Die Welt der Medien – Wahrheit oder Manipulation?&#8221; war Thema des Vortrags.</strong> </p>
<p>Seine wichtigste These: &#8220;Sie werden immer dümmer. Und Sie können nichts daran ändern.&#8221; Niemetz, der auf Einladung der Volksbank Dreiländereck im voll besetzten Burghof referierte, macht sich Sorgen über die Qualität der Nachrichtensendungen im Fernsehen. Seiner Meinung nach macht uns die Vielfalt an Information, die uns heute zur Verfügung steht, nicht klüger.</p>
<p><a href="http://www.alexanderniemetz.de/"><img src="http://www.lorenzk.com/wp-content/uploads/471niemetz.jpg" width="471" height="367" alt="471niemetz.jpg" class="imageframe" style="float:right;" border="0" hspace="5" /></a> Nicht Information, sondern Unterhaltung sei das Ziel der Programmmacher: &#8220;Die Verpackung ist wichtiger als der Inhalt.&#8221; Weniger populäre Themen verschwinden, für Katastrophen und Unglücke werde mehr Platz in den Sendungen eingeräumt als für Politik. Diese Tendenz betreffe inzwischen nicht nur die Privaten, immer mehr auch ARD und ZDF. Damit nicht genug. Die Sender sparen am Personal und an der Ausbildung des Nachwuchses.</p>
<p>Die heute viel größere Anzahl an Nachrichtensendungen als früher werde von der selben Anzahl von Mitarbeitern gemacht. &#8220;Man hat keine Zeit mehr, darüber nach zu denken, was man sendet.&#8221; Zudem fehle vielen Mitarbeitern Wissen und Erfahrung, um Ereignisse zu bewerten.</p>
<p>Alexander Niemetz wiederholte in Lörrach seine Kritik, die er im vergangenen Jahr im Zusammenhang mit seinem Abgang (ihm war die Vermischung privater und beruflicher Interessen vorgeworfen worden) geäußert und die damals für einige Aufregung gesorgt hatte: Nachrichten würden fast nur noch von Studenten, Freien Mitarbeitern und &#8220;Hiwis&#8221; gemacht und nicht mehr von gestandenen Profis. Die Sendungen seien zu einer Art &#8220;Jugend forscht&#8221; geworden.</p>
<p>&#8220;Die Grenze zwischen professionellen und nicht professionellen Nachrichtenmachern in Deutschland&#8221;, so sieht es Niemetz, &#8220;ist verludert.&#8221; Nachrichten hätten nicht mehr Hand und Fuß.</p>
<p>Der Schweizer Alexander Niemetz aus Balsthal bei Solothurn ist ein geübter Redner. Seine vielen Kunstpausen, Wiederholungen und seine einfache deutliche Sprache fesselten bei diesem Auftritt in der Reihe &#8220;Begegnungen im Dreiländereck&#8221;: die Rede war gut verpackt. Doch was er über die Medien sagte, galt auch für ihn. Auch er wählte aus, gewichtete, interpretierte, manipulierte. Ob man der &#8220;Jagd nach den Quoten&#8221; und dem &#8220;Werteverfall&#8221; die Hauptschuld an der Entwicklung geben kann, wie er das tat, oder ob es eher der Neoliberalismus ist, mit der zunehmenden Monopolbildung im Medienbereich und den sich verschlechternden Arbeitsbedingungen für Journalisten – darüber lässt sich streiten.</p>
<p>Dass es auch positive Entwicklungen gibt, wie etwa ntv oder arte – darauf ging er erst auf Nachfragen aus dem Publikum ein.</p>
<p>Die größere Bandbreite an Nachrichten und Information im Internet, welche totalitäre Regimes das Fürchten lehrt, ließ er unerwähnt. Und auf keiner sachlichen Grundlage steht seine Behauptung, wir seien dümmer, weil wir – im Gegensatz zu unseren Vorfahren des 13. Jahrhunderts – das Weltwissen nicht mehr überschauen könnten. Denn damals galt die Erde noch als eine Scheibe.</p>
<p><em>Lorenz Khazaleh, Badische Zeitung 28.3.2001</em></p>
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		<title>&#8220;Esoterik? Das ist der Weg zu mir&#8221;</title>
		<link>http://www.lorenzk.com/deutsch/badische-zeitung/1997/esoterik-das-ist-der-weg-zu-mir/</link>
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		<pubDate>Sat, 15 Nov 1997 12:39:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>lorenz</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Badische Zeitung]]></category>

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		<description><![CDATA[<p><strong>LÖRRACH (lk / Foto: <a href="http://flickr.com/photos/laenulfean/493539953/">Carsten Tolkmit, flickr</a>). &#8220;Esoterik? Das ist der Weg zu mir&#8221;, sagt eine Besucherin aus dem Münstertal. &#8220;Ein Urwissen, das in jedem drinsteckt, das mit der Zivilisation abtrainiert wurde&#8221;, meint ein 25ähriger Konstanzer. &#8220;Eine Ergänzung zu bestehenden Hilfsinstitutionen wie Arzt, Psychologe und Psychiater&#8221;, findet Gerd Lotze aus Straubing.</strong></p>
<p>Ein buntes Potpurri erwartete die Besucherinnen und Besucher der Esoterik Tage in der Lörracher Stadthalle. Man konnte Vorträgen lauschen von Meisterin Alamita zu &#8220;Die Ausserirdischen sind unter uns&#8221; oder von Kristallquelle Barbara von der Emden über &#8220;Kristallorakel: mit der Seele Kontakt aufnehmen&#8221; oder sich an Ständen über die heilende Kraft von Alpenkräutern informieren, sich erklären lassen, wie man sein Büro einrichtet, dass es positiv aufs Wohlbefinden wirkt (Feng Shui). Man kann sich seine Aura fotografieren lassen oder mit seinem Schutzengel in Kontakt treten. Ob Einhandrute, Xion oder Seelenbilder: Ein Grossteil der Angebote soll den Menschen helfen, ihre positive Energie zu finden - und zu fördern. </p>
<p><a href="http://flickr.com/photos/laenulfean/493539953/"><img src="http://www.lorenzk.com/wp-content/uploads/esoterik.jpg" width="500" height="356" alt="esoterik.jpg" class="imageframe" style="float:right;" border="0" hspace="5" imagecaption="test" /></a> Sagen die Aussteller - aber auch die Besucher:. &#8220;Mir ging es wahnsinnig gut nachdem ich auf den Freiburger Esoteriktagen war&#8221;, sagt eine Münstertälerin. Sie hat sich soeben für zehn Mark an einem Stand ein &#8220;Heilbild&#8221; gekauft. &#8220;Ich bin völlig begeistert von diesen Seelenbildern. Schauen Sie, wie dieses Bild hier wirkt. Jedesmal, wenn ich es anschaue, fühle ich mich gestärkt.&#8221; Den Bezug zu Esoterik bekam sie durch die Krankheit ihres Sohnes: &#8220;Ich merkte, dass die Schulmedizin nicht ausreicht und suchte andere Wege.&#8221; </p>
<p>Andere Wege? Viele Reaktionen unseres Körpers, so erklärt Ausstellerin Leonie Teichmann aus Füssen, haben keine körperlichen, sondern seelische Ursachen. Und diese liessen sich nur psychologisch oder feinstofflich lösen. Sie bietet &#8220;alles, was mit Schwingungen zu tun hat&#8221; an. Ihre Klangstäbe, erklärt sie, regen die Zellschwingungen an, diese holt Lebensenergien aus dem Körper hervor und steigert das Wohlbefinden. </p>
<p>Hilfe durch ein Engel-Orakel verspricht Ursula Parniss. Ihren ersten Kontakt mit der Engelwelt, so erzählte sie, hatte sie, als sie bei einer Operation für kurze Zeit klinisch tot war. Die Engel trugen ihr auf: &#8220;Sag den Menschen, dass es Wunder gibt.&#8221; Ihren Job kündigte sie und heilt nun zusammen mit einer Heilpraktikerin unerklärliche Krankheiten und Probleme via Engel-Orakel. &#8220;Diese Krankheiten&#8221;, sagt sie, &#8220;sind oft karmisch bedingt, von einem früheren Leben mitgenommen. Sie sind ein Stachel in der Seele. Unsere Aufgabe ist, ihn mit Hilfe der Engel zu ziehen.&#8221;</p>
<p>Es gab auch kritische Stimmen unter den Besuchern. &#8220;Alles ist so teuer hier&#8221;, finden Sylvia Lengweiler und Peter Scherrer aus Basel. Einige Aussteller erschienen ihnen unsympathisch. &#8220;Wir haben schon eine hässliche Erfahrung mit Handlesen gemacht&#8221;, sagte Sylvia Lengweiler. Hat die Deutung gestimmt? &#8220;Das weiss ich nicht&#8221;, sagte Peter Scherrer. &#8220;Sie hatte etwas mit Tod zu tun.&#8221; Etwas benommen kam Kai Hitzfeld aus einem Vortrag über Ausserirdische. &#8220;Der Vortrag war voll die Härte und hat nur Endzeitstimmung verbreitet.&#8221; Man solle sich auf einen Überfall Ausserirdischer vorbereiten. Helfen könne eine Lichttherapie. Er sei der Esoterik jedoch aufgeschlossen. &#8220;Es gibt sehr viele nützliche Sachen hier&#8221;, sagt er und schaut auf das rege Treiben. &#8220;Es ist wie auf dem Jahrmarkt.&#8221;</p>
<p><em>lk/15.11.97 (Badische Zeitung Lörrach)</em></p>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>LÖRRACH (lk / Foto: <a href="http://flickr.com/photos/laenulfean/493539953/">Carsten Tolkmit, flickr</a>). &#8220;Esoterik? Das ist der Weg zu mir&#8221;, sagt eine Besucherin aus dem Münstertal. &#8220;Ein Urwissen, das in jedem drinsteckt, das mit der Zivilisation abtrainiert wurde&#8221;, meint ein 25ähriger Konstanzer. &#8220;Eine Ergänzung zu bestehenden Hilfsinstitutionen wie Arzt, Psychologe und Psychiater&#8221;, findet Gerd Lotze aus Straubing.</strong></p>
<p>Ein buntes Potpurri erwartete die Besucherinnen und Besucher der Esoterik Tage in der Lörracher Stadthalle. Man konnte Vorträgen lauschen von Meisterin Alamita zu &#8220;Die Ausserirdischen sind unter uns&#8221; oder von Kristallquelle Barbara von der Emden über &#8220;Kristallorakel: mit der Seele Kontakt aufnehmen&#8221; oder sich an Ständen über die heilende Kraft von Alpenkräutern informieren, sich erklären lassen, wie man sein Büro einrichtet, dass es positiv aufs Wohlbefinden wirkt (Feng Shui). Man kann sich seine Aura fotografieren lassen oder mit seinem Schutzengel in Kontakt treten. Ob Einhandrute, Xion oder Seelenbilder: Ein Grossteil der Angebote soll den Menschen helfen, ihre positive Energie zu finden - und zu fördern. </p>
<p><a href="http://flickr.com/photos/laenulfean/493539953/"><img src="http://www.lorenzk.com/wp-content/uploads/esoterik.jpg" width="500" height="356" alt="esoterik.jpg" class="imageframe" style="float:right;" border="0" hspace="5" imagecaption="test" /></a> Sagen die Aussteller - aber auch die Besucher:. &#8220;Mir ging es wahnsinnig gut nachdem ich auf den Freiburger Esoteriktagen war&#8221;, sagt eine Münstertälerin. Sie hat sich soeben für zehn Mark an einem Stand ein &#8220;Heilbild&#8221; gekauft. &#8220;Ich bin völlig begeistert von diesen Seelenbildern. Schauen Sie, wie dieses Bild hier wirkt. Jedesmal, wenn ich es anschaue, fühle ich mich gestärkt.&#8221; Den Bezug zu Esoterik bekam sie durch die Krankheit ihres Sohnes: &#8220;Ich merkte, dass die Schulmedizin nicht ausreicht und suchte andere Wege.&#8221; </p>
<p>Andere Wege? Viele Reaktionen unseres Körpers, so erklärt Ausstellerin Leonie Teichmann aus Füssen, haben keine körperlichen, sondern seelische Ursachen. Und diese liessen sich nur psychologisch oder feinstofflich lösen. Sie bietet &#8220;alles, was mit Schwingungen zu tun hat&#8221; an. Ihre Klangstäbe, erklärt sie, regen die Zellschwingungen an, diese holt Lebensenergien aus dem Körper hervor und steigert das Wohlbefinden. </p>
<p>Hilfe durch ein Engel-Orakel verspricht Ursula Parniss. Ihren ersten Kontakt mit der Engelwelt, so erzählte sie, hatte sie, als sie bei einer Operation für kurze Zeit klinisch tot war. Die Engel trugen ihr auf: &#8220;Sag den Menschen, dass es Wunder gibt.&#8221; Ihren Job kündigte sie und heilt nun zusammen mit einer Heilpraktikerin unerklärliche Krankheiten und Probleme via Engel-Orakel. &#8220;Diese Krankheiten&#8221;, sagt sie, &#8220;sind oft karmisch bedingt, von einem früheren Leben mitgenommen. Sie sind ein Stachel in der Seele. Unsere Aufgabe ist, ihn mit Hilfe der Engel zu ziehen.&#8221;</p>
<p>Es gab auch kritische Stimmen unter den Besuchern. &#8220;Alles ist so teuer hier&#8221;, finden Sylvia Lengweiler und Peter Scherrer aus Basel. Einige Aussteller erschienen ihnen unsympathisch. &#8220;Wir haben schon eine hässliche Erfahrung mit Handlesen gemacht&#8221;, sagte Sylvia Lengweiler. Hat die Deutung gestimmt? &#8220;Das weiss ich nicht&#8221;, sagte Peter Scherrer. &#8220;Sie hatte etwas mit Tod zu tun.&#8221; Etwas benommen kam Kai Hitzfeld aus einem Vortrag über Ausserirdische. &#8220;Der Vortrag war voll die Härte und hat nur Endzeitstimmung verbreitet.&#8221; Man solle sich auf einen Überfall Ausserirdischer vorbereiten. Helfen könne eine Lichttherapie. Er sei der Esoterik jedoch aufgeschlossen. &#8220;Es gibt sehr viele nützliche Sachen hier&#8221;, sagt er und schaut auf das rege Treiben. &#8220;Es ist wie auf dem Jahrmarkt.&#8221;</p>
<p><em>lk/15.11.97 (Badische Zeitung Lörrach)</em></p>
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